HIT-Steckbrief
Betreiber:
Universitätsklinikum Heidelberg
Anschrift:
Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT)
Im Neuenheimer Feld 450
D - 69120 Heidelberg
Wissenschaftlich-medizinischer Leiter:
Professor Dr. med. Dr. rer. nat. Jürgen Debus
Wissenschaftlich-technischer Leiter:
Professor Dr. Thomas Haberer
Gebäudegröße / Architektur:
5.027 m2 (fast so groß wie ein Fußballfeld); drei Stockwerke, zwei davon unterirdisch.
Drei Bereiche: überirdischer Glasbau mit den Diensträumen der Mitarbeiter; unterirdischer Bestrahlungsbereich; Kupferblock mit der sich über alle drei Stockwerke erstreckenden Schwerionen-Gantry (sie ist 670 t schwer und im Durchmesser 13 m groß).
Baubeginn / Eröffnung:
Mai 2004 / November 2009
Gesamtkosten:
119 Millionen € (je zur Hälfte vom Universitätsklinikum Heidelberg und vom Bund aufgebracht).
Mitarbeiter:
Mehr als 70 Ärzte, Pflegekräfte, Medizinisch-Technische Radiologieassistenten sowie Physiker, Ingenieure und Techniker.
Medizintechnische Welt-Neuheiten:
Bestrahlungsplätze:
Drei. Zwei Plätze sind mit einem festen horizontalen Strahl ausgestattet, der dritte mit einer beweglichen Bestrahlungsquelle (Gantry), die 360° um den Patienten rotieren kann. Die Behandlungstische sind robotergesteuert und in sechs Richtungen beweglich, um die optimale Einstrahlrichtung des Therapiestrahls einstellen zu können.
Eingesetzte Strahlung:
Ionenstrahlung, auch Partikel- oder Teilchenstrahlung genannt. Ionen sind elektrisch geladene Teilchen (Partikel). Dazu gehören Protonen und Schwerionen. Protonen sind positiv geladenen Kerne von Wasserstoffatomen. Schwerionen sind positiv geladenen Kerne von Atomen größerer Masse (im HIT kommen Kohlenstoff-, Sauerstoff- und Heliumionen zum Einsatz).
Ionenstrahlung gewährleistet die höchstmögliche Präzision. Schwerionen haben darüber hinaus eine größere Zerstörungskraft als die konventionelle Bestrahlung mit Photonen.
Kapazität:
Im HIT können jährlich etwa 1.300 Patienten bestrahlt werden, wenn es ca. 2011 sein Kapazitätsmaximum erreicht hat.
Betriebszeiten:
Außer an Sonn- und Feiertagen ist das HIT jeden Tag 24 Stunden in Betrieb. Die Bestrahlung der Patienten wird zunächst fünf Tage, später sechs Tage pro Woche in Anspruch nehmen, voraussichtlich 12 bis 14 Stunden täglich.
Energieverbrauch:
Die Beschleuniger sind täglich rund um die Uhr in Betrieb und werden im Schichtbetrieb betreut. HIT verbraucht maximal drei Megawatt - das ist so viel wie eine Kleinstadt mit ca. 10.000 Einwohnern.