Die lokale Tumorkontrolle ist eine der Grundvoraussetzungen für den Erfolg einer Tumortherapie. Die Strahlentherapie ist neben der Operation die erfolgreichste lokale Therapie in der Behandlung von soliden Tumoren. Entscheidender Faktor ist hierbei die applizierte Gesamtdosis. Neue Studien zur lokalen Dosiseskalation zeigen eine signifikante Verbesserung der lokalen Kontrolle und des Gesamtüberlebens. Umgebende Risikostrukturen erschweren oder verhindern jedoch häufig eine adäquate lokale Dosisapplikation. Die Intensitätsmodulierte Radio-Therapie (IMRT) ist eine neue, spezielle Form der Strahlentherapie, bei der die Intensität der Strahlendosis innerhalb des Bestrahlungsfeldes "moduliert", d.h. dem Gewebe angepasst werden kann. Verschiedene Bezirke im Bestrahlungsfeld werden mit unterschiedlicher Intensität bestrahlt. Prinzipiell werden mit der IMRT durch Bestrahlung vieler kleiner Felder aus möglichst unterschiedlichen Einstrahlrichtungen irreguläre Strahlintensitäten generiert, die in der dreidimensionalen Überlagerung dann eine möglichst konformale Dosisverteilung erzeugen. Die IMRT erlaubt neben der Dosiseskalation in besonders rezidivgefährdeten Arealen gleichzeitig eine bessere Schonung des den Tumor umgebenden, strahlenempfindlichen gesunden Gewebes. Die IMRT lässt Vorteile durch höhere Tumorwirksamkeit bei gleichzeitig reduzierter Nebenwirkungsrate bei zahlreichen Tumoren der Kopf-Hals-Region, des Bauchraums und des Beckens erwarten. Gegenwärtig wird am Klinikum Heidelberg diese Technik bei der Bestrahlung von Kopf-Hals-Tumoren, Ösophaguskarzinomen, Pankreaskarzinomen, Magenkarzinomen, Analkarzinomen, Weichteilsarkomen und Prostatakarzinomen eingesetzt.