
Die lokale Tumorkontrolle ist eine der Grundvoraussetzungen für den Erfolg einer Tumortherapie. Die Strahlentherapie ist neben der Operation die erfolgreichste lokale Therapie in der Behandlung von soliden Tumoren. Entscheidender Faktor ist hierbei die applizierte Gesamtdosis. Neue Studien zur lokalen Dosiseskalation zeigen eine signifikante Verbesserung der lokalen Kontrolle und des Gesamtüberlebens. Umgebende Risikostrukturen erschweren oder verhindern jedoch häufig eine adäquate lokale Dosisapplikation. Die intraoperative Bestrahlung (IORT) mittels Elektronen ist eine relativ neue Bestrahlungsform die während eines chirurgischen Eingriffs durchgeführt wird. Sie erlaubt die kleinvolumige Bestrahlung eines besonders rezidivgefährdeten Areals mit einer hohen Einzeldosis unter Schonung von Risikoorganen. Bewegliche Organe wie. z.B. Darmschlingen können während der Bestrahlung aus dem Elektronenfeld ausgelagert werden. Auch Nerven und Gefäße oder retroperitoneale Organe wie z.B. die Nieren sind nach entsprechender Mobilisierung in vielen Fällen auslagerbar. In den meisten kurativen Therapieansätzen ist die IORT als Boostkonzept (d.h. lokale Dosiseskalation) in die Strahlentherapie eingebunden. Durch die IORT kann ein erheblicher Teil der Gesamtdosis (ca. 20-30 %) unter weitgehenderer Schonung der Risikostrukturen appliziert werden. Studien zum Einsatz der IORT haben eine signifikante Verbesserung der lokalen Kontrolle und des Gesamtüberlebens für Rektumkarzinome, Weichteilsarkome, Magenkarzinome, Pankreaskarzinome, Nierenzellkarziome und gynäkologische Tumoren ohne wesentlich erhöhtes Nebenwirkungsrisiko gezeigt.