Die Strahlentherapie hat in Heidelberg eine lange Tradition. Der große Heidelberger Chirurg und Strahlentherapeut Vincenz Czerny (1842 - 1916) erkannte als einer der ersten Mediziner die Bedeutung einer interdisziplinären Krebsbehandlung. Er gründete neben einem Samariterhaus, das Patientenbehandlung und Forschung unter einem Dach vereinigte, das "Institut für Experimentelle Krebsforschung". Daraus sind die "Drei Säulen" der Heidelberger Krebstherapie hervorgegangen:
Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie am Uni-Klinikum Heidelberg
Die Strahlentherapie ist nach der Operation die erfolgreichste und am häufigsten eingesetzte Therapie bei Krebserkrankungen, die bei mindestens der Hälfte aller Tumorpatienten eingesetzt wird. Etwa 3.500 Krebspatienten werden jährlich in der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie des Universitätsklinikums Heidelberg behandelt. Jedem einzelnen von ihnen wird eine Bestrahlung auf international höchstem Niveau garantiert. Denn der Standort Heidelberg ist in der Lage, das gesamte Spektrum der modernen strahlentherapeutischen Diagnostik und Therapie aus einer Hand anbieten zu können. Das können nur wenige Kliniken auf der Welt leisten.
Jeder Patient erhält die individuell für seine Tumorerkrankung am besten geeignete Therapie und hat damit die besten Voraussetzungen für eine Genesung. In der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie stehen den Patienten alle Verfahren der modernen Strahlentherapie zur Verfügung:
Heidelberg verfügt auch über alle hochauflösenden bildgebenden Verfahren zur genauen Tumorlokalisation: Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT) und Positronenemissionstomografie (PET). Bei der Bestrahlungsplanung kommen die präzisesten und leitungsfähigsten Verfahren zum Einsatz, die es heute gibt: die Dreidimensionale Strahlentherapie-Planung, die Inverse Planung und die Virtuelle Simulation, mit der eine Bestrahlung im Vorfeld am Computer dargestellt werden kann. Auch bei der Lagerung der Patienten unter der Bestrahlungsquelle, die exakt und reproduzierbar sein muss, garantiert das Uni-Klinikum die heute höchstmögliche Präzision.
Neu hinzu kommt nun das Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) mit seiner Ausstattung von internationaler Spztenklasse, die vielen Patienten mit bisher strahlentherapeutisch schwer beherrschbaren Tumoren neue Hoffnung auf Heilung bringt.

Spitzenklasse auch in Forschung und Wissenschaft
Die Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie arbeitet eng mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz), Heidelberg, zusammen. Diese Zusammenarbeit führte zur Gründung der Klinischen Kooperationseinheit Strahlentherapie und der Klinischen Forschergruppe Medizinische Physik, durch die viele Entwicklungen der letzten Jahre schnell und unbürokratisch zur klinischen Anwendung gebracht werden konnten. Zu diesen erfolgreichen, mittlerweile international richtungweisenden Heidelberger Entwicklungen gehören:
Diese Verfahren haben sich mittlerweile weltweit etabliert und neue Qualitätsstandards in der onkologischen Strahlentherapie definiert. Der Standort Heidelberg liegt damit auch auf den Gebieten der Medizinphysik, Medizintechnik und Infomatik - den forschenden Nachbardisziplinen der Strahlentherapie - international mit an der Spitze.
Einzigartiges klinisch-wissenschaftliches Umfeld
Das Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) profitiert von seiner Einbettung in ein einzigartiges klinisches und wissenschaftliches Umfeld. Es ist räumlich mit der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie in der Kopfklinik verbunden sowie mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) und der Kinderklinik. Die Medizinische Klinik und künftig auch die neue Frauen- und Hautklinik befinden sich in der Nachbarschaft. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) und die Universitätskliniken mit ihren Labors sind Partner in Grundlagenforschung und klinischer Forschung.
Besonders wichtig ist die enge Kooperation des HIT mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), einem bundesweit modellhaften Gemeinschaftsprojekt vom Universitätsklinikum Heidelberg, dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe. Dort steht die interdisziplinäre Behandlung von Patienten im Mittelpunkt, für die eine Ionenstrahltherapie künftig eine weitere Therapieoption darstellen soll. Weiteres Ziel des NCT ist eine enge Verknüpfung von Krebsforschung und Patientenversorgung, um neue Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung schnell zum Nutzen der Patienten in der Klinik umzusetzen.